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Gründerzeit im Aufmaß

Altbau-Umzug in Berlin

Der Gründerzeitbau ist die einzige Bauform, die das Aufmaß wirklich bewegt. Hohe Räume, fehlende Einbauschränke und tiefe Zimmer führen dazu, dass bei gleicher Wohnfläche rund zwanzig bis dreißig Prozent mehr Ladung zusammenkommen. Weil unser Satz mit der Menge sinkt, wächst Ihr Betrag dabei deutlich langsamer als die Menge: 34 m³ kosten 714 €, 42 m³ kosten 798 €. Acht Kubikmeter mehr sind 84 € und nicht 168 €.

Warum im Gründerzeitbau mehr Ladung steht

Drei Meter zwanzig Raumhöhe fahren nicht mit. Was mitfährt, sind die Möbel, die wegen dieser Höhe angeschafft wurden. In Wohnungen mit hohen Räumen stehen hohe Schränke, oft zwei statt einem, dazu Regale, die bis über Augenhöhe gehen. Ein Dreitürer mit 2,40 m Höhe hat 2,2 m³ statt der 1,8 m³, die ein Standardschrank mit 2,00 m hat. Diese Differenz wiederholt sich in jedem Zimmer.

Dazu kommt, was der Grundriss erzwingt. Gründerzeitwohnungen haben selten Einbauschränke, dafür oft einen langen Flur, an dem Garderobe, Kommode und Schuhschrank stehen. Viele haben eine Abstellkammer, fast alle einen Kellerverschlag aus Holzlatten, in dem sich über Jahre Fahrräder, Winterreifen, Kisten und Farbeimer sammeln. Wir messen diese Räume mit, weil sie beim Schätzen nach Zimmerzahl regelmäßig unter den Tisch fallen und dann am Umzugstag als böse Überraschung wieder auftauchen.

Unsere Erfahrungszahl aus dem Aufmaß: Im Neubau rechnen wir mit rund einem Drittel Kubikmeter je Quadratmeter Wohnfläche, im Gründerzeitbau mit rund vier Zehnteln. Bei 85 m² sind das 28 m³ gegenüber 34 m³. Das ist kein kleiner Unterschied, und genau deshalb hilft es niemandem, wenn wir eine Wohnung telefonisch überschlagen. Wir messen einmal auf, und danach ist die Zahl belastbar.

Was wir im Gründerzeitbau zusätzlich aufnehmen

  • Höhe jedes Schranks, weil zwanzig Zentimeter mehr rund 0,4 m³ ausmachen
  • Regalmeter im Wohnzimmer und im Flur, einschließlich der Bücher darin
  • Kellerverschlag mit Fahrrädern, Reifen und Kisten, meist 2 bis 4 m³
  • Abstellkammer, Speisekammer und Dachbodenabteil, falls vorhanden
  • Ob Schränke aus dem Stück gebaut sind oder sich zerlegen lassen
  • Stuckdecken, Deckenlampen und Dielenböden, die wir abdecken müssen

Was mehr Menge im degressiven Satz wirklich kostet

Der Satz gilt bei uns für die gesamte Menge, nicht gestaffelt. Das klingt nach einer Nebensächlichkeit und ist der eigentliche Vorteil im Altbau. Ein Beispiel mit echten Zahlen: Ein Dreizimmerhaushalt im Neubau kommt auf 34 m³. Der Satz für 21 bis 40 m³ ist 21 €, also 34 mal 21 = 714 €. Derselbe Haushalt in einer Gründerzeitwohnung kommt auf 42 m³. Damit fällt er in die Klasse ab 41 m³ mit 19 €, also 42 mal 19 = 798 €.

Acht Kubikmeter mehr, achtundzwanzig Prozent mehr Ladung, aber nur 84 € mehr auf der Rechnung. Wer stur mit 21 € weitergerechnet hätte, wäre bei 168 € gelandet, also beim doppelten Aufschlag. Noch deutlicher wird es an der Klassengrenze selbst: 40 m³ kosten 40 mal 21 = 840 €, 41 m³ kosten 41 mal 19 = 779 €. Ein Kubikmeter mehr, 61 € weniger. Wenn Ihr Aufmaß knapp unter einer Grenze landet, sagen wir Ihnen das und schauen gemeinsam, ob der Keller noch mitkommt.

Hinter der Degression steckt keine Verkaufsidee, sondern Kostenwahrheit. Anfahrt, Rüstzeit, Abdeckmaterial, das Sichern der Treppenkanten und der Papierkram fallen bei jedem Auftrag einmal an. Bei kleiner Menge muss dieser Block auf wenige Kubikmeter umgelegt werden, bei großer Menge auf viele. Im Gründerzeitbau kommt dazu, dass wir ohnehin mehr abdecken: Dielen, Stuckkanten, Messingbeschläge am Treppengeländer. Diese Rüstzeit ändert den Satz nicht, sie ist bereits darin.

Zerlegen, schützen, entsorgen: was im Altbau dazukommen kann

Alte Schränke sind oft aus dem Stück gebaut oder so verleimt, dass ein Zerlegen mehr zerstört als es hilft. Wir sehen uns die Rückwand und die Beschläge an und sagen vor dem Termin, ob wir zerlegen, tragen oder über das Fenster arbeiten. Zerlegen und Wiederaufbauen rechnen wir mit 30 € je Stunde für die Möbelmontage ab, ein Kleiderschrank braucht üblicherweise eine gute Stunde in jede Richtung. Ein Möbellift kostet ab 189 € und ist bei einem einzelnen sperrigen Stück oft der ruhigere Weg.

Der Schutz der Bausubstanz ist in diesen Häusern kein Nebenschauplatz. Dielen bekommen Laufwege, Treppenkanten bekommen Kantenschutz, Türzargen bekommen Polster. Das ist in der Rüstzeit enthalten und erscheint nicht als eigene Position. Was gesondert berechnet wird, sind Verbrauchsmaterialien, die bei Ihnen bleiben: Kartons zum Kaufen 1,85 € je Stück, zum Leihen 0,90 € je Stück und Woche, Kleiderbox 3,40 € je Woche, Packpapier 15 € für 10 kg, Möbeldecke 2,30 € je Woche.

Bei Kartons lohnt eine kurze Rechnung. Vierzig Stück für zwei Wochen leihen kostet 40 mal 0,90 mal 2 = 72 €, dieselben vierzig kaufen kostet 40 mal 1,85 = 74 €. Ab der dritten Woche ist Kaufen günstiger. Und wenn beim Aufmaß herauskommt, dass ein Teil der Altbaubestände gar nicht mitsoll: Entsorgung rechnen wir ab 41 € je Kubikmeter, und jeder so aussortierte Kubikmeter verkleinert gleichzeitig Ihre Umzugsmenge.

Gleiche Wohnfläche, Neubau gegen Gründerzeitbau

WohnflächeNeubau: Menge und BetragGründerzeitbau: Menge und BetragUnterschied
45 m² 15 m³ = 360 €18 m³ = 432 € 72 €
60 m² 20 m³ = 480 €24 m³ = 504 € 24 €
85 m² 28 m³ = 588 €34 m³ = 714 € 126 €
110 m² 36 m³ = 756 €44 m³ = 836 € 80 €
140 m² 46 m³ = 874 €56 m³ = 1.064 € 190 €

Mengen als Erfahrungswerte aus unserem Aufmaß, rund 0,33 m³ je m² im Neubau und rund 0,4 m³ je m² im Gründerzeitbau. Sätze: bis 20 m³ 24 €, 21 bis 40 m³ 21 €, 41 bis 60 m³ 19 €, ab 61 m³ 17,50 €, jeweils auf die gesamte Menge. Dass bei 60 m² und bei 110 m² nur 24 € beziehungsweise 80 € Unterschied stehen, liegt am Wechsel in die nächstgünstigere Klasse.

Häufige Fragen

Fragen zum Umzug im Gründerzeitbau

Warum zahle ich für zwei Altbauzimmer mehr als mein Bekannter im Neubau?
Weil mehr Ladung dasteht. Zwei Zimmer im Gründerzeitbau kommen häufig auf 26 bis 30 m³, dieselben zwei Zimmer im Neubau eher auf 20 bis 24 m³. Sie zahlen nicht für die Bauform, sondern für die gemessene Menge. Wäre es umgekehrt und Ihr Altbau wäre spärlich möbliert, würden Sie entsprechend weniger zahlen.
Kann ich meine Kubikmeter vorher selbst überschlagen?
Grob ja. Nehmen Sie die Wohnfläche mal 0,4, das ist die Altbaufaustzahl, und rechnen Sie Keller und Abstellkammer mit je 2 bis 4 m³ dazu. Zwölf gepackte Kartons sind ein Kubikmeter. Für die verbindliche Zahl kommen wir vorbei oder machen einen Videorundgang, das dauert rund zwanzig Minuten.
Was passiert, wenn beim Termin mehr dasteht als aufgemessen?
Wir sprechen vor Arbeitsbeginn darüber, nicht auf der Rechnung. Kleine Abweichungen von ein bis zwei Kubikmetern gehen zu unseren Lasten. Bei größeren Abweichungen rechnen wir die zusätzliche Menge zum Satz Ihrer dann gültigen Klasse, und häufig sinkt der Satz dabei, weil die Gesamtmenge in die nächste Stufe rutscht.
Passt eine Gründerzeitwohnung in eine Wagenladung?
Ein Möbelkoffer fasst je nach Ausführung rund 20 bis 40 m³. Bei 34 oder 42 m³ planen wir deshalb entweder einen großen Wagen oder zwei Fahrten. Für Ihren Betrag ist das ohne Bedeutung, weil wir nach Menge abrechnen und nicht nach Fahrten. Für den Tagesablauf ist es wichtig, und deshalb steht es in der Planung.
Nehmen Sie Rücksicht auf Dielen, Stuck und alte Türen?
Ja, und es kostet nichts extra. Laufwege auf den Dielen, Kantenschutz an der Treppe und Polster an den Zargen gehören zur Rüstzeit und sind im Kubikmetersatz enthalten. Wir fotografieren vorhandene Schäden vor Arbeitsbeginn, damit hinterher klar ist, was von uns stammt und was nicht.

Woher unsere Altbauzahlen kommen

Die Faustzahl von 0,4 m³ je Quadratmeter stammt aus den Aufmaßen, die dieser Betrieb in Berliner Gründerzeitbauten gemacht hat. Wir geben sie offen weiter, damit Sie unsere Kalkulation nachrechnen können. Jede Position auf der Rechnung lässt sich auf Menge mal Satz zurückführen.

  • Das Aufmaß vor Ort kostet nichts und verpflichtet zu nichts
  • Dieselben Kräfte fahren zusammen, keine Tagelöhner vom Vortag
  • Die Wagen gehören dem Betrieb, nichts wird kurzfristig angemietet
  • Für Strecken außerhalb Berlins arbeiten wir mit festen Partnerbetrieben

Hohe Räume, gemessene Ladung

Im Gründerzeitbau wird nicht geschätzt, sondern gezählt. Danach steht eine Zahl, die sich am Umzugstag nicht mehr bewegt.

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